Herzkatheter

Was versteht man unter einem Herzkatheter (HK)?

Ein Herzkatheter wird

  1. a) entweder als medizinische Untersuchung der Herzinnenräume, der Kranzgefäße, der herznahen Gefäße und der Funktion des Herzkreislaufsystems durchgeführt
  2. b) oder als Intervention/Therapie vorgenommen, wobei z.B. ein Loch in der Herzscheidewand mit einem Schirmchen verschlossen wird. Dabei wird eine dünne, biegsame Kunststoffsonde unter Röntgenkontrolle meist von der Leistenbeuge aus über eine Vene oder Arterie bis zum Herzen geschoben.

Gelegentlich (z.B. nach einer GlennOperation) werden auch Zugänge vom Hals gewählt. Je nach Untersuchungsziel werden unterschiedliche Stellen im Herzen bzw. in den herznahen Gefäßen angesteuert. Der Zugang wird entsprechend der erforderlichen Position im Herzen gewählt. Die Bildgebung erfolgt -abhängig vom Herzfehler- auch über eine Röntgendurchleuchtung. Dabei wird ein Röntgenkontrastmittel gespritzt (Angiographie), um den Blutfluss durch das Herz und die Gefäße sichtbar zu machen bzw. aufzeichnen zu können. Alle gesammelten Daten und Bilder werden elektronisch gespeichert und stehen für eine genauere Auswertung stets und allerorts zur Verfügung. Anhand der Ergebnisse werden -vor allem bei komplexen Fällen oder Fragestellungen- das therapeutische Vorgehen und/oder der Zeitpunkt für operative Eingriffe bestimmt. Meist reichen heute bei unkomplizierten Fällen hierfür andere, nichtinvasive Methoden, wie z.B. die Echokardiographie aus. Therapien mittels Herzkatheter sind beispielsweise das Einbringen von Stents oder bei etwas größeren Kindern die Implantation von Pulmonalklappen.

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